SW-Nachwuchs-Team bundesweit Nummer 1

Produktionskosten senken, in den Vertrieb investieren, neue Märkte erschließen: Diesen Management-Aufgaben stellte sich erstmals ein Team von sechs Auszubildenden und dualen Studierenden der Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH (SW) in Schramberg-Waldmössingen. Das Team erreichte auf Anhieb den ersten Platz im bundesweiten Unternehmensplanspiel für Auszubildende, playbizz. Es wird jährlich von den Bildungswerken der Wirtschaft in Deutschland ausgerichtet. Der SW Nachwuchs setzte sich gegen 180 Azubi-Teams durch.

Unternehmerische Entscheidungen nicht nur aus Büchern lernen, sondern in einem virtuellen Unternehmen selbst praktische Erfahrungen sammeln: Das ist die Idee hinter playbizz, einer Wirtschaftssimulation für Auszubildende. Es stellt modellhaft betriebliche Planungs- und Entscheidungsprozesse dar. Die Simulation gibt eine Ausgangssituation und Prognosen zur Marktentwicklung vor. Die teilnehmenden Teams mussten in der 2020/21er Runde die Produktion eines innovativen Elektrorollers aufbauen, bei steigenden Stückzahlen die Kosten senken und das umweltfreundliche Zweirad über einen Zeitraum von vier Geschäftsjahren erst in Deutschland, dann europaweit vermarkten. Die Teams erhielten für jedes Geschäftsjahr ein Szenario, auf das sie mit weitreichenden Entscheidungen reagieren mussten: Welche Prognosen treffen sie für den Absatz im nächsten Geschäftsjahr, wie kann der Einkauf genug Material bereitstellen, wieviel Mitarbeiter müssen eingestellt werden?

„Unser Team hat sich mit Teamspirit und enormer Leistungsbereitschaft diesen Aufgaben gestellt“, betont Jörg Schmauder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei SW. „Sie haben sich selbst organisiert und eindrucksvoll strukturiertes Arbeiten, analytisches Denken sowie Teamfähigkeit bewiesen.“

Dadurch konnten die Technology People der SW zunächst den Landessieg Baden-Württemberg und anschließend den ersten Platz in der bundesweiten Finalrunde Ende Juni erringen. „Bei SW wird bereichsübergreifendes Zusammenarbeiten großgeschrieben und das haben die jungen Leute vorbildlich umgesetzt“, lobt Matthias Sigmann, Leiter der SW-Academy. Sie vermittelt intern allen Mitarbeitenden von SW neuestes Methodenwissen und die Fähigkeiten zur Projektarbeit.

Das Unternehmensplanspiel startet jeweils im November. In vier Runden müssen die Teams über sieben Monate unternehmerische Entscheidungen in allen Bereichen treffen: Einkauf, Produktion, Personalwesen und Vertrieb. Die Entscheidungen werden von den Bildungswerken der Wirtschaft in Deutschland bewertet und in Unternehmenskennzahlen wie Umsatz, Kosten und Gewinn umgerechnet. „Unsere jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Aufgaben als Team mit viel Sachverstand und Geschick gelöst“, hebt Jörg Schmauder hervor. „Sie spiegeln das Geschäftsmodell von SW, denn wir verstehen uns als Technology People und bieten unseren weltweiten Kunden komplette Systemlösungen rund um die Bearbeitung von Metall bis hin zu vollständigen Fertigungslösungen.“

Dabei hatte das SW-Team aus drei Auszubildenden und drei dualen Studierenden das Ziel immer fest im Blick: Die entscheidende Größe für den Sieg bei playbizz ist der Gesamtgewinn des virtuellen Unternehmens. „Andere haben die Produktionskosten sehr gut gesenkt oder den Umsatz stärker gesteigert, aber unser Team hat an allen Stellschrauben gleichzeitig gedreht und dadurch den unternehmerischen Sieg errungen“, beschreibt Matthias Sigmann das Erfolgsrezept. Das SW-Team stellte rechtzeitig Fachkräfte ein, konnte Lieferengpässe vermeiden und expandierte schnell ins europäische Ausland. Dadurch erarbeiteten die Nachwuchskräfte einen virtuellen Gewinn von 112,6 Millionen Euro, dreimal so viel wie der Durchschnitt der 180 Teams.

SW bildet seit Jahrzehnten überdurchschnittlich viele junge Menschen in verschiedenen technischen und kaufmännischen Berufen aus. Derzeit beträgt die Ausbildungsquote elf Prozent. Zum Vergleich: Nach Angaben des VDMA liegt der Durchschnitt im Maschinen- und Anlagenbau bei 6,7 Prozent, in der Gesamtwirtschaft sogar nur bei sechs Prozent. Neben der fachlichen Ausbildung und der Teilnahme an Wettbewerben wie playbizz bietet das Unternehmen Auszubildenden beispielsweise auch die Möglichkeit, für mehrere Wochen im amerikanischen SW-Werk zu lernen und internationale Erfahrungen zu sammeln.