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Wie SW die Predix-Plattform zur Digitalisierung der Automotive Lieferkette nutzt.

Wenn ein Automobilunternehmen ein Qualitätsproblem hat, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um es zu beseitigen. Es ist leicht zu verstehen warum. Ein Problem in einem Fahrzeug kann dazu führen, dass Tausende oder sogar Millionen von Fahrzeugen zurückgerufen werden müssen, um die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten - und das alles zu hohen Kosten für das Unternehmen und seiner Marke.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass laut einem aktuellen Bericht von Deloitte die Verbesserung des Qualitätsmanagements eine der drei obersten Prioritäten für Führungskräfte in der Branche darstellt. Die Hersteller müssen sich darauf verlassen können, dass jedes Unternehmen der riesigen Lieferkette, die dieser Industrie zugrunde liegt, die besten Teile liefert -mit einem Volumen, das die weltweit wachsende Nachfrage nach Autos befriedigen wird.

Diese Lieferkette basiert wiederum auf Maschinen, die bei hohen Stückzahlen hohe Qualität produzieren müssen - und Automobilzulieferer können es sich nicht leisten, dass ungeplante Ausfallzeiten die Lieferpläne beeinflussen. Unternehmen in allen Teilen der Lieferkette müssen darauf vertrauen, dass die Maschinen in ihren Produktionslinien zu jeder Zeit wie erwartet funktionieren.

Als einer der führenden Hersteller von horizontalen Bearbeitungszentren für Automobilzulieferer trägt die Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH (SW) daher eine große Verantwortung für gleichbleibende Qualität und Produktivität.

„Maschinen, die Maschinen machen“

Die horizontalen Bearbeitungszentren von SW werden von vielen Automobilzulieferern bei der Herstellung von Teilen für Bremsen, Ventilblöcken, Motorköpfen, Antriebsteilen, Getriebegehäusen und noch vielem mehr eingesetzt. Als Innovatoren auf dem Gebiet hat SW immer die Produktivität seiner Kunden im Blick - sei es bei der Konstruktion der Fräsmaschinen oder bei der Software, mit der sie gewartet werden.

Das Unternehmen hilft seinen Kunden, ihre Produktivität durch innovative Technologien zu steigern. Die mehrspindligen Bearbeitungszentren von SW erlauben es ihren Kunden bis zu vier Maschinenteile gleichzeitig zu produzieren - Wettbewerber können im Vergleich nur ein Teil produzieren. Kunden sparen Geld und Platz, weil sie nur eine SW-Maschine benötigen, um mehr Output zu produzieren - ideal für die Steigerung der Leistung. Aber nicht nur die Maschinen erhöhen die Produktivität - auch Software spielt eine wichtige Rolle.

Seit 2003 verwendet SW eine Siemens-basierte Anwendung, um die Funktionsfähigkeit ihrer Maschinen weltweit zu überwachen. Daten aus dieser Lösung wurden auf Servern in Waldmössingen zentral gespeichert. Kunden benötigten heute jedoch umfangreiche Schulungen, um von den Daten zu profitieren, die jede Maschine gesammelt hat.

Mehr aus den Daten machen, um die Produktivität zu steigern

Diese Lösung half SW über viele Jahre, Qualität und Produktivität zu verbessern. Da jedoch die Kosten für die Speicherung und das Hosting von Daten gestiegen sind, mussten sie eine nachhaltigere Lösung finden, die sich über ihre 1.600 angeschlossenen Maschinen weltweit besser skalieren lässt. Jochen Heinz, Leiter Industrial Data Services bei SW, erläuterte:

 “Zunächst wollte SW die Software Lösung von Siemens weiterführen, doch bevor wir dies taten, entdeckten wir Predix von GE als Plattform für das industrielle Internet der Dinge. Nach einer Marktuntersuchung haben wir uns für eine skalierbare Plattform als Servicelösung entschieden. Das war, als die Predix-Plattform endgültig ins Spiel kam. Predix bot das ausgereifteste industrielle PaaS-System auf dem Markt an. Gleichzeitig haben wir uns entschlossen, mehr Entwicklungsingenieure für unsere IDS-Abteilung (Industrial Data Services) einzustellen, um unsere eigene Anwendung zu entwickeln. Jetzt – im Mai - werden wir mit dem ersten Release unserer Predix-basierten Cloud-Plattform an den Markt gehen.“

Die Vermeidung ungeplanter Ausfallzeiten ist zwingend  für die Produktivität

Die Lösung, die SW jetzt einsetzt, ermöglicht es ihren Kunden, ihre Wartungspläne zu optimieren. Dies hilft vor allem, potenzielle Ausfallzeiten vor dem Eintritt zu erkennen und die Gesamtbetriebskosten der Kunden zu minimieren. Damit werden die Kunden wettbewerbsfähiger - und macht SW-Maschinen attraktiver für den Einsatz.

Durch den effektiveren Einsatz von Maschinendaten sieht SW auch eine Chance, ihren Kundenservice erheblich zu verbessern. Heute funktioniert ihr Geschäftsmodell wie Softwaredienstleistungen an einem Tesla-Auto. Während jede Maschine grundsätzlich ähnlich ist, haben Kunden die Wahl, verschiedene digitale Dienste zu kaufen, die sie nutzen möchten. Diese Dienste steigern die Leistung, die normalerweise ohne einen digitalen Servicevertrag nicht verfügbar ist. Und da SW diese digitale Lösung als Teil ihres internen QA-Prozesses nutzt, profitieren sie von Skaleneffekten bei der Installation der Maschinen sowie von den Produktivitätssteigerungen, die auf den analytischen Fähigkeiten von Predix beruhen.

Aber SW ist überzeugt, dass sie diese Themen noch weiter voran bringen können. Die meisten Kunden, an die sie verkaufen, haben Produktionslinie mit vielen Maschinen - nicht alle von SW hergestellt. Jochen schließt:

„Kunden haben meistens nicht nur eine SW-Maschine - sie haben unsere Maschinen in ein Automatisierungskonzept integriert. Normalerweise liefern wir 60% der Ausrüstung einer solchen Linie, einschließlich mehrerer Maschinen am Ende der Anlage, wie Waschmaschinen, Druckprüfgeräte usw.

Wir haben heute Zugriff auf rund 70% der Daten dieser Linien. Der Fokus  ist, nicht nur SW-Maschinen, sondern auch die komplette Linie, einschließlich der Maschinen von Drittanbietern, anzuschließen. Unser Ziel ist es, unseren Kunden digitale Dienstleistungen für die komplette Linie anzubieten  sowie wertvolle Erkenntnisse aus noch mehr Daten zu gewinnen, und wir haben bereits begonnen, dies kontinuierlich zu entwickeln und einzusetzen. Das wird die Zukunft sein."